Startseite

Geschichten

Tonarmseiten

Vinyl

Digital

Verstärker

Lautsprecher

Aufnahmen

Links

Impressum

 

 

Restaurierung eines Garrard 301

Ich habe einen Garrard 301 auf Ebay in ziemlich schlechtem Zustand gekauft, allerdings war das Risiko angesichts des geringen Preises noch zu vertreten. Falls Sie den Garrard 301 noch nicht kennen, eine Googlesuche oder aber das Garrard Forum auf 'Vinylengines' (Englisch) bringen weitere Informationen.

Eine kurze Zusmmenfassung des Zustands: Der Einschalt- und Geschwindigkeitshebel waren abgebrochen, der Teller war oxidiert, das Hauptlager lief ruhig ebenso wie der Motor. Das Reibrad war ebenfalls in gutem Zustand. Ich habe den Spieler komplett demontiert, um alle Metallteile glasperlen zu lassen (wesentlich feiner als Sandstrahlen). So konnte die Oxidschicht sauber entfernt werden. Nicht vergessen die Tellerachse und die Innenseite mit Pappe und Klebeband zu schützen.

 

Der 'leidende' Teller im Detail.

 

Glasperlen war auch eine gute Option für das Schaltgestänge. Manuelle Reinigung erzeugt eben keine so gute Oberfläche. Außerdem ist die Beschichtug cadmiumhaltig, das weg strahlen zu lassen ist also sicher eine gute Idee. Es ist der gelbliche Überzug sämtlicher Schalthebel. So werden auch sämtliche verharzte Fettreste und Schmutz der Jahrzehnte wegeblasen.

 

Die fertigen Teile, sorgfältig die Restpartikel entfernen. Am besten mit einem Pinsel.

 

Nach der Lackierung des Plattenteller habe ich die Stroboskopmarken wieder frei gefeilt. Dauert etwa 90 Minuten.

 

 

Was ist mit der Grundplatte? Zunächst habe ich mich entschieden den Original Emaillack zu erhalten. Nach intensiver Reinigungs- und Polierarbeit blieben immer noch kleine Abnutzungen und die Farbe erschien vergilbt. Daher habe ich mit einem passenden Ton Autolack die Grundplatte überlackiert. Hier das 'Vorher'.


 

Der Motor wurde komplett demontiert und gereinigt. Speziell das untere Lager hat sehr viel Schmutz angesammelt und das Fett oder Öl war verharzt. Die Kugel im unteren Lager war komplett fest im Harz. Zum erneuten Fetten der Lager habe ich Shimano Fahrradfett benutzt. Es hat eine hohe Qualität und ich hatte es...

 

 

 

Ich habe den fertigen Player auf einem MDF Brett aufgebaut. Es soll nicht die endgültige Zarge sein, es ist ein reines Aufbauwerkzeug. Die Beine sind hoch genung, das man in der einbausituation alle Hebel erreichen und einstellen kann. Die Feineinstellung des wieder zusammengefügten Spielers erforderte einiges an Geduld, bis alle Hebel wieder ihre ursprüngliche Funktion hatten. Speziell die Einstellung der Wirbelstrombremse war knifflig.

 

Zur Kontrolle der Vibration und des Rumpelns des Motors habe ich einen einstellbaren Trafo benutzt. Mit etwas weniger Spannung erzeugt der Antrieb wesentlich weniger Vibrationen. Idealerweise baut man ein Netzteil mit einstellbarer Spannung und Frequenz.

 

Neue Schalthebel gibt es bei Emporiumhifi. Für die Zarge werde ich eine nicht so schwere Konstruktion verwenden. auch das beliebt Birkensperrholz möchte ich nicht verwenden.

Stand 30. Oktober: Hier ist ein funktionierendes Setup, daß erstaunlich gut funktioniert. Eine simple 22mm MDF Platte mit 9cm langen 'Besenstielen' als Standbeine. Der Tonarm ist ein SME 3012 mit schwerer Bronzebasis. (Danke an Mark Malkwitz fürs Ausleihen). Ein Denon 103R, ein Audio Technica OC7 und ein Ikeda 9 habe ich bereits als Tonabnehmer ausprobiert.

 

Der Klang ist fantastisch. Natürlich wollte ich mit einer laufenden Kombination auch mal hören, auch wenn es nicht die endgültige Zarge ist. Der klang begeister vom ersten Tonan. Sehr ruhig und definiert, kein nerviger Touch. Einfach schön, um es kurz zu machen.

 

Die Zarge hat die Maße 57,5 x 47,5 cm, die 'Besenstiel' Beine haben einen Durchmesser von 25mm. Obwohl die vorderen Füße auf dem Teppich stehen, ist der spieler perfekt in der Waage.

Als Zarge nutze ich eine Konstruktion aus mehreren Lagen verschiedener Hölzer, die jeweils in 90 Grad verdrehter Faserrichtung zusammengeleimt sind. In der Mitte ist eine dünne Lage Pappelsperrholz. Dann folgt je eine Schicht Eichenholz. Oben und unten ist Mutenje, ein tropisches Hartholz. Der Klang ist sehr direkt und dynamisch.

 

Thomas Schick, Berlin

Hauptseite