3.8. Morph und Warp, Bilder verbiegen

Eine weitere Klasse von Effekten läßt sich mit 'Warp' und 'Morph' Funktionen erstellen.

Warp Effekte beziehen sich auf ein Bild, während der Morph als Übergang zwischen zwei Bildern genutzt wird. Beide Funktionen beruhen auf der gleichen Grundlage. Ein bestimmter Bereich, den man mit einer geometrischen Form markiert, soll in einen anderen Bereich sichtbar werden, der ebenfalls mit einer geometrischen Form definiert ist. Damit überhaupt eine Veränderung zu sehen ist müssen die beiden Formen natürlich unterschiedlich sein. Ein bekanntes Beispiel ist das Baby aus einer Autowerbung, daß die Augenbraue anhebt und den Mundwinkel wie ein Erwachsener verzieht. Eine elliptische Form um die Augenbraue wird im Ausgangsbild definiert. Dieser Bereich soll im fertigen Bild etwas nach oben wandern. Für den Mundwinkel definiert man ebenfalls eine elliptische Form, die im Endergebnis auf einer Seite sichelförmig nach oben geht.

Die Pixel die sich innerhalb der Form befinden werden dabei so verschoben das umgebende Pixel mit beeinflußt werden. Für den Mundwinkel ergibt das ein realistisches Ergebnis. Bereiche auf der Backe bewegen sich auch etwas mit, je weiter entfernt, desto weniger. Bei der Augenbraue ergibt sich allerdings ein ungewünschter Effekt,weil Teile des Auges sich mit bewegen und einen unrealistischen 'Glubschaugen' Effekt erzeugen. Dem kann man abhelfen in dem man eine Linie zwischen Augenbraue und dem Auge zieht. Wenn diese im Ausgangsbild an der gleichen Stelle ist wie im Endbild wird keine Veränderung stattfinden, wie bereits Eingangs erwähnt. In diesem Fall kann das natürlich sinnvoll eingesetztwerden, da man bestimmte Bereiche vor den Auswirkungen des Effektes schützen kann.

Bei einem Morph wird die Prozedur bei beidenBildern vorgenommen und dann zwischen den beiden Bildern geblendet. Dabeiergibt sich der Effekt das ein Gegenstand sich in einen anderen verformt.Je mehr Formen erzeugt werden desto realistischer ist meist das Ergebnis,weil der Computer mehr Bezugspunkte hat welche Stellen des Bildes an eineandere wandern sollen. Eine Hilfe kann auch sein das die Objekte nicht aufdem Hintergrund zusehen sind, sondern als ausgekeyte Objekte vorliegen. Dadurchverhindert man die Beeinflussung des Hintergrundes, da der Effekt immer nurauf eine Bildebene wirkt. Bei einem gekeyten Hintergrund wirkt sich die Verformungauf das Objekt und seine Umgebung aus, bei einem gekeyten Objekt ist dieUmgebung aber unsichtbar der Effekt hat also keine sichtbare Auswirkung.

Intensive Anwendung hat der Warp zum Beispiel beim Film 'Ein Schweinchen Namens Babe' gefunden. Hier 'sprechen' die Tiere im Film. Für die realistischen Sprechbewegungen der Münder istder Warp Effekt eingesetzt worden.

Das Programm 'Elastic Reality' von Avid ist ein Beispiel, dieses Programm ist auch in das Avid DS System integriert.

Quantel bietet eine vergleichbare Funktion unter dem Begriff 'Bend' (Ver-Biegen) an. Hierzu können, statt geometrischer Formen, Punkte die netzartig verteilt sind verschoben werden um den Effekt zu erzielen.

 

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