3.3. Colour Correction, Farbkorrektur

Alle hier erwähnten Systeme bieten umfangreiche Möglichkeiten Farbe und Helligkeit eines Bildes zu beeinflussen.

Grundlegend sind die Einstellung von Helligkeit und Kontrast, in Bezug auf die Helligkeitswerte. Für die Farbe kannman die Sättigung und Farbwinkel (Saturation und Hue) einstellen. DasVerhältnis der Farbanteile RGB läßt sich ebenfalls einstellen,dabei wirkt sich der Effekt auf das gesamte Bild aus.

Anders als bei einer Lichtbestimmung bei deranalogen Filmtechnik, kann die Beeinflussung im digitalen Bereich innerhalbder Szene geändert werden. Eine Blende von Schwarzweiß zu Farbebeispielsweise.

Um eine selektivere Farbkorrektur zu erreichen kann man den Bereich einstellen auf den eine grundlegende Farbkorrektur wirkt. Diese Bereiche sind Shadows, Midtones, Highlights (Schwarz, Grau, Weiß). Die Grenzen des Bereichs ab wann etwas als Grau oder noch als Schwarz gilt können ebenfalls variiert werden.

Die digitalen Systeme die auf Farbkorrektur,Lichtbestimmung spezialisiert sind lassen eine Beeinflussung extrem selektivzu. Man kann bestimmte Bereiche auswählen. Die Einstellungen fürdie Farbkanäle lassen sich mit drei 'Kugeln' einstellen. Dabei könnenmehrere Werte gleichzeitig verändert werden und man kann sich im wahrstensinne des Wortes an die gewünschte Einstellung 'herantasten'. Zum Beispieldas 'Da Vinci' System.

Auch in einfacheren Umsetzungen von Farbkorrekturen lassen sich die meisten Effekte umsetzen.

Man muß bei den Reglern der Farbkorrektur beachten ob der Farb- oder Helligkeitsanteil beeinflußt wird, damit das Ergebnis nicht rein zufällig entsteht.

Für die Beeinflussung der Helligkeitskomponente des Signals gibt es die Einstellungen für:

  • Helligkeit (Brightness) entspricht dem Videopegel, Weißgrenze.
  • Kontrast (Contrast) entspricht dem Schwarzwert, Schwarzgrenze
  • Gamma legt den mittleren Grauwert fest.

Als Einstellung für die Farbanteile gibt es:

  • Farbsättigung (Chroma, Saturation)
  • Farbwinkel (Hue)

stellt die Phase des Farbsignals ein, um 180 0 verstellt ergeben sich für die Farbwerte die jeweils komplementäre Farbe im Videosystem.

Gelb wird zu Blau, Magenta wird zu Grün.

Um die generelle Wirkung dieser Einstellungen zu verstehen empfiehlt es sich diese an einem Farbbalken vorzunehmen. Dieser hat definierte Farben, in einem realen Bild kann man dann etwa einschätzen welches Ergebnis für bestimmte Farben im Bild zu erwarten ist. Hauttöne (rot, gelb) werden also blau-grünlich aussehen, wenn man den Hue Regler auf den maximalen Wert stellt. Als Anhaltspunkt ist ein Foto neben dem Farbbalken zu sehen, auf das die gleiche Einstellung der Farbkorrektur wirkt.

 

Farbbalken ohne Farbkorrektur

 

 Farbbalken mit Hue um 1800 (Maximum) verstellt

 Die Farbanteile sind genau 'spiegelverkehrt' Schwarz und Weiß sind davon nicht betroffen, sie enthalten keinerlei Chromainformation. (Haare, Augen etc. wirken noch dunkel).

 

 Invertiert man zusätzlich die Helligkeit, erhält man einen komplett gespiegelten Farbbalken. (Alles was dunkel war ist jetzt hell, wie im Filmnegativ)

 

Diesen Einstellungen folgt meist noch eine Möglichkeit die einzelnen Farbkanäle

  • R, G, B (Rot, Grün, Blau)

in ihrer Intensität einzustellen. Das wirkt wie eine farbige Folie die auf das Bild gelegt wird. Diese Einstellung ist für das ganze Bild gültig, wenn man den Bereich nicht mit z.B.einem Garbage Key verkleinert.

Eine gelbstichiges Videobild das mit dem falschen Weißabgleich gedreht worden ist, läßt sich durch dir Zugabe von Blau wieder entfärben. Das zusätzliche Blau hebt die Komplementärfarbe Gelb, die zu stark vorhanden war auf. Umgekehrt läßt sich einzu blaues Bild durch die Zugabe von Rot und Grün wieder normalisieren.Alternativ kann man auch den Blauanteil zurücknehmen. Es empfiehlt sichdie Methode zu wählen die am natürlichsten aussieht und den maximalerlaubten Chromaanteil nicht übersteigt. Die Kontrolle dafür erfolgtam Vektorskop oder der Gamut-Darstellung des Waveformmonitors. Einige Softwareanwendungen weisen ihrerseits auf zu hohe Chromawerte hin, die mit einem zusätzlichen Effekt dann wieder limitiert werden können.

 

 Schwarzweiß wird ein Bild, wenn die Farbsättigung (Chroma) auf 0 gesetzt wird. Alle Farbkomponenten sind dann verschwunden.

 

Ein Sepia Ton läßt sich einstellen in dem an den RGB Reglern etwa +10% Rot und Grün einstellt.

 

Eine Besonderheit stellt der 'Colour Fettle'von Quantel dar.

Im YUV Farbraum sind die drei Einzelkomponenten (Y=Helligkeit U=Blau/Gelb V=Rot/Cyan) gegenüber den anderen Komponenten einzeln verstellbar. So ergibt sich eine Matrix von 9Feldern

Von links nach rechts:

Graph 1 - Luminance control 1: Y in vs Y out

Graph 2 - Cast control - blue/yellow 2: Y in vs U out

Graph 3 - Cast control - red/cyan, 3: Y in vs V out

Graph 4 - Gain control - blue/yellow 4: U in vs Y out

Graph 5 - Blue/yellow balance (sat/hue) 5: U in vs U out

Graph 6 - Hue - blue/yellow to red/cyan 6: U in vs V out

Graph 7 - Gain control - red/cyan 7: V in vs Y out

Graph 8 - Hue - red/cyan to blue/yellow 8: V in vs U out

Graph 9 - Red/cyan balance (sat/hue) 9: V in vs V out

 

Jede der daraus resultierenden Graphen kann mit zahlreichen Keyframes versehen werden, so daß eine Farbkorrektur innerhalb enger, sensibler Grenzen möglich wird.

In einer Werbung für Cognac soll alles schwarz weiß sein außer dem Produkt selbst. Beim Eingießen stellt der Cognac eine extrem schwer nachzuvollziehende Form dar, bei der eine Keymaske nicht exakt genug wäre.

Beim Drehen muß man darauf achten das der 'Cognac' eine Farbe enthält, die sonst im Bild nicht vorkommt. (Quietschgrün, knallrosa) Eine spätere Farbkorrektur entnimmt dem gesamten Bild die Farbsättigung, außer für den knallrosa Teil. Diesem Bereich gibt man die Farbsättigung zurück und verstellt den Farbwinkelso, das eine Farbe herauskommt, die als Cognacfarbe wiedererkennen kann.

Mit Hilfe von Matte Keys läßt sich ebenfalls eine selektive Farbkorrektur erreichen, die andere Bereiche mit gleichen oder ähnlichen Farbe nicht beeinflußt. Das Ändern der Augenfarbe ist ein klassisches Beispiel. Der Bereich um die Augen kann mit einer Maske aus einer Ellipse meist sehr genau ausgewählt werden, im Gegensatz zur zufälligen Form des Cognacs aus dem vorigen Beispiel. Die Änderung der Farbe vollzieht sich nur innerhalb der Ellipse, wenn die Key Maske entsprechend eingestellt ist.

 

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